Elektronik

ElektronikElektronische Geräte finden sich in den meisten deutschen Haushalten in großer Anzahl. Vom Haarschneider bis zur Küchenwaage – fast jedes elektrisch betriebene Produkte wird heute elektronisch gesteuert. Auch Waschmaschinen und Geschirrspüler besitzen eine elektronische Steuerung. Doch wer von Elektronik im Haushalt spricht, bezieht sich oft auf Geräte der Unterhaltungselektronik. Die höchsten Umsätze erzielte diese Branche in den Jahren 2008 -2010 mit über 13 Milliarden Euro pro Jahr. Bis zum Jahr 2015 sind die Umsätze in der Unterhaltungselektronik auf 9,6 Milliarden Euro im Jahr zurückgegangen. Ein Treiber für den Umsatzrückgang war die schnelle Verbreitung des Smartphones, das viele Geräte der Unterhaltungselektronik wie MP3-Player und Digitalkamera in einem Gerät vereint.

Das Smartphone – Fluch und Segen für die Industrie

Seit den 70er Jahren konnten Verbraucher zum Kauf immer neuer elektronischer Unterhaltungsprodukte bewegt werden. Hifi-Anlagen, Walkman, CD-Player, MP3-Player, Digitalkameras und Videokameras bescherten den Anbietern von Unterhaltungselektronik hohe Gewinne. Mit dem Personal Computer und vor allem mit der Verbreitung mobiler Endgeräte wie Smartphone, Laptop und Tablet veränderte sich der Markt für die Hersteller jedoch radikal. Schon der als Nachfolger zur DVD eingeführte Standard Bluray fand nicht mehr die erhoffte breite Akzeptanz und verliert angesichts neuer Streaming-Angebote im Internet weiter an Bedeutung. Auch die Hersteller von kompakten Digitalkameras klagen über das Wegbrechen eines vormals lukrativen Marktsegment, denn in jedem besseren  Smartphone steckt bereits eine Kamera mit hoher Auflösung.

Vom Fernseher zum Smart-TV

Über viele Jahrzehnte waren Fernsehgeräte das Zugpferd der Unterhaltungselektronik. Doch auch bei Fernsehern geht der Absatz seit 2013 zurück, da die meisten Haushalte Ihren Röhrenfernseher mittlerweile durch einen Flachbildfernseher ersetzt haben. Eine Belebung erhofft sich der Handel durch internetfähige Smart-TVs mit Ultra-HD-Auflösung. Fernseher mit 3D-Technologie konnten dagegen nur kurzfristig den Absatz beleben. Im Jahr 2015 waren 97,9 % der deutschen Haushalte mit einem Fernseher ausgestattet. Die Zahl dürfte in den nächsten Jahren abnehmen, da vor allem junge Leute für den TV-Empfang zunehmend das Internet in Verbindung mit mobilen Endgeräten wie Tablet und Laptop nutzen.

Was ist dran an der Obsoleszenz?

Verbraucherorganisationen haben die Hersteller elektronischer Produkte seit einigen Jahren in Verdacht, die Lebensdauer ihrer Produkte über eingebaute Schwachstellen absichtlich zu verkürzen. Der Fachbegriff hierfür heißt Obsoleszenz. Mit einer technisch begrenzten Nutzungsdauer soll der Verbraucher zum baldigen Neukauf eines Produkts gezwungen werden, da sich eine Reparatur in den meisten Fällen nicht lohnt. Ein direkter Nachweis für Obsoleszenz in der Elektronik-Industrie konnte bislang nicht gebracht werden. Billig produzierte Geräte der unteren Preiskategorie halten im Durchschnitt zwar weniger lang als teure Produkte, das ist aber in den meisten Fällen auf die allgemeine Verarbeitungsqualität zurückzuführen. Auch der feste Einbau von Akkus wird nicht als Obsoleszenz gewertet, obwohl ein an sich funktionsfähiges Gerät mit ausgelaugtem Akku faktisch unbrauchbar wird.

Der beste Schutz für Verbraucher: die Herstellergarantie

Zu unterscheiden von willkürlich verbauten Schwachstellen im Gerät sind Sollbruchstellen, die aus Sicherheitsgründen bestehen. Eine Sollbruchstelle ist ein mechanischer Überlastungsschutz, setzt aber die Lebensdauer des Gerätes nicht herab. Den besten Schutz vor Obsoleszenz erhält ein Verbraucher, wenn er sich vor dem Kauf zu den Garantieleistungen der Hersteller informiert.