Nestlé und Co.

KonsumWer heute in einen Supermarkt geht und ein fertig verarbeitetes Produkt kauft, scheint aus einer unendlich großen Auswahl wählen zu können. Doch so groß, wie sie scheint, ist die Variation dann doch nicht: Nur 10 Mega-Konzernen gehören fast alle Produkte. Eine Karte von  der Hilfsorganisation Oxfam zeigt, wie diese 10 Konzernen fast den gesamten Lebensmittelmarkt beherrschen. Die Mega-Konzerne sind:

 

  • CocaCola
  • PepsiCo
  • Unilever
  • Danone
  • Mars
  • Mondelez International (früher Kraft)
  • Nestlé
  • Kellogg’s
  • General Mills
  • Associated British Foods

Die Karte zeigt zum Beispiel, wie M&Ms, Milkyway, Snickers, Bounty, Twix, Dove und Balisto alle dem Mars Konzern gehören. Nur Kitkat nicht, das gehört Nestlé.

Genau wie Fanta, Sprite und Mezzomix allesamt CocaCola gehören.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Durch derartige Monopol-Konzerne wird die heutzutage jedem gut bekannte “Schere” zwischen Arm und Reich immer größer. Kleinere Lebensmittelkonzerne haben auf dem heutigen Markt kaum noch eine Chance. Sie können mit ihren Mega-Konkurrenten nicht mithalten. Die großen Konzerne betreiben Outsourcing. In  Entwicklungsländern werden die Produkte unter extrem schlechten Bedingungen für die Bauern und Arbeiter zu Billigpreisen hergestellt. Lokal ansässige Unternehmen, die unter fairen Bedingungen ihre Produkte herstellen lassen, können mit den Preisen, die die Mega-Konzerne  anbieten, nicht mithalten. Die Folge für kleine Konzerne: Sie verschwinden ganz vom Markt, oder werden von den Mega-Konzernen aufgekauft. Unser Konsum, also jeder Kauf eines Produkts einer der Mega-Konzerne, unterstützt so die Bedingungen unter denen produziert wird und deren Folgen.

Umwelt und Mensch

Oxfam bewertet die Mega-Konzerne anhand eines “Score Systems” in ihrem Einfluss auf die Umwelt und die Gesellschaft.

Die zu vergebenden Noten sind:

– ungenügend (0-1 Punkte)

– mangelhaft (2-3 Punkte)

– leichter Fortschritt (4-5 Punkte)

– fair (6-7 Punkte)

– gut (8-10 Punkte)

Kein Konzern schneidet dabei mit “gut” ab, 6 Stück allerdings mit “mangelhaft”. Die Note “ungenügend” wird nicht vergeben, die Note “fair” an Nestlé und Unilever, was nicht gleich faire KonsumProduktion ist. Oxfams Berichte über den Kakaoanbau in Indonesien für die Konzerne Nestlé, Mars, und Mondelez zeigen, dass Frauen auf den entsprechenden Farmen diskriminiert werden.  Die Unternehmen müssen noch sehr viel ändern. Alle Unternehmen zusammen, produzieren einen höheren Treibhausgasausstoß als ganz Skandinavien. Dies liegt zum Einen daran, dass mit den zur Verfügung stehend Ressourcen nicht sorgsam umgegangen wird. Vieles wird verschwendet,  auf Grund mangelnder nachhaltiger Produktion. Zum anderen belastet es die Umwelt extrem, dass die Produktion des Lebensmittel am anderen Ende der Welt geschieht und von dort überall hintransportiert wird. Lokale Produktion würde einen Großteil der Emission einsparen, die die heutigen Transportwege verursachen. Zudem wird in Ländern wie z.B. Südostasien nicht nachhaltig produziert. Regenwälder werden abgeholzt,  EU- Richtlinien für Dünger und andere Gifte greifen hier nicht, so vergiften sich die Bauern selbst und auch den Boden und die Flüsse um ihre Anbauflächen herum. Die Verschmutzung und der damit einhergehende Klimawandel breiten sich immer weiter aus, was zur Folge hat, dass die Menschen, die für die wohlhabenden Länder Essen produzieren, selbst Hunger leiden.

Wer die Mega-Konzerne nicht unterstützen möchte, kann in kleineren Läden abseits der Discounter nach Waren suche. Bioläden besitzen viele Fairtrade-Produkte, die unter besseren Bedingungen hergestellt werden, als Markenprodukte von Mega-Konzernen. Als Konsument hat man mehr Macht, als man denkt. Jeder einzelene Einkauf zählt und trägt zum Gesamten bei. Jeder kann durch die Wahl seiner Produkte, seinen Konsum, etwas bewirken. Ein lokaler Einkauf von nicht verarbeiteter Ware ohne viel Verpackungsmüll unterstützt den nachhaltigen Umgang mit dem Planeten.